Freie Akademie München

Geschichte

Geschichte und Zukunft der Schulkunsttherapie

Die Ursprünge der Kunsttherapie und damit auch der Schul-Kunst-Therapie in Europa, speziell in Deutschland gehen zurück auf das Wirken von Dr. Rudolf Steiner, der durch seine Erkenntnis, das Heilen und Pädagogik in der heutigen Gesellschaft des Kulturverfalls zwei notwendige Säulen innerhalb der schulischen Bildung geworden sind, weisheitsvoll mit voraussehender Weitsicht schon in den 20ger Jahren damit Maßstäbe für die Zukunft gesetzt hat.
Vorformen einer „Schulkunsttherapie“, in dem von ihm veranlagten therapeutischen Wirken der Künste, sind in der 1920 inaugurierten Waldorfpädagogik enthalten.

Der Waldorfschulimpuls auf Grundlage eines umfassenden ganzheitlichen Menschenbildes ist der Ausgleich zum Kulturverfall und wurde schon früh von ihm als ein Teil der Kulturtherapie beschrieben, die die Anthroposophie als Ganzes bedeutet, niedergelegt in einem Werk von über 300 Bänden, deren Inhalte mit Aufforderung- Charakter erst anfänglich Lebenspraxis geworden sind. (Literatur, siehe auch www.anthrowiki.de).
 
Diese von Rudolf Steiner entwickelte zukunftsfähige Kulturtherapie -Pädagogik beschreibt, lange bevor andere Reformer individuelle Teil- Konzepte entwarfen, sowohl die Lehr- und Lernbedingungen einer „Kunst des Erziehens“, als auch die Bedingungen für eine „Erziehung durch Kunst“. (Literatur*)
Der Bildungswert einer Kunst die entwicklungs- fördernd eingesetzt werden kann, wird hier erstmals umfassend beschrieben und ist bis heute weltweit täglich gelebte Praxis in den Waldorfschulen.

Erstaunlich modern und zeitgemäß ist daher auch der salutogenesische Ansatz der Waldorfpädagogik als ganzheitliche Schulpädagogik, denn das Wirken des Künstlerischen im Unterricht ist immer entwicklungs- und gesundheitsfördernd und individuell persönlichkeitsfördernd.
Dieser Ansatz, der auch die seelische Gesundheit umfasst, ist Gegenstand  verschiedener Publikationen geworden. (Literatur*)

Sowohl aus den heilenden, fördernden künstlerischen Übungen innerhalb der Waldorfpädagogik, als auch aus den
heil-pädagogisch künstlerischen Anregungen die Dr. Rudolf Steiner im heilpädagogischen Institut  in Arlesheim gab, entwickelte sich die Schulkunsttherapie in Deutschland und in den angrenzenden europäischen Staaten.

Durch die Ärztin Frau Dr. Margarete Hauschka erhielten die Vorformen und verschiedenen Entwicklungsstadien auch eine medizinische Basis durch die von ihr entwickelte Maltherapie. Diese sieht auch in dem künstlerischen Wirken in der Waldorfpädagogik eine Kulturtherapie. (Literatur)
Auch in den Dokumentationen des großen anthroposophischen „Vereins für Heilwesen“ (heute Gesundheit aktiv), der sowohl für Patienten als auch für Mediziner, Heilberufler geschaffen wurde, ist der Schulkunsttherapeut schon in den 80 Jahren mit einer durchaus adäquaten Bezeichnung beschrieben worden, hier als Schulbegleiter, der die Einseitigkeiten eines materialistischen Schulunterrichts ausgleichen hilft und individuelle Lernhilfen anbieten kann.

Der Schulbegleiter war im anthroposophischen Zusammenhängen also frühzeitig als notwendige Maßnahme beschrieben worden, (aber von der konventionellen Schulbewegung noch nicht gewürdigt), lange bevor in der Literatur zur Schülerförderung und der aktuellen Inklusionsentwicklung etwas Vergleichbares dazu zu finden war.(Literatur*)

Weitere Pioniere in der nachfolgenden Generation, die auf der Grundlage der Geisteswissenschaft und eines umfassenden Menschenbildes Kunsttherapieformen für Kinder und Jugendliche entwickelten, waren Frau Mees in Holland und Herr Siegfried Pütz in Deutschland.

Herr Pütz entwickelte in den 1960 ger Jahren speziell für arbeitsunfähige, schwervermittelbare, ausbildungsunreife
Schul-Jugendliche, erfolgreiche kunsttherapeutische Konzepte und Methoden, auch gefördert von modern denkenden Unternehmen und seinerzeit fortschrittlichen Arbeitsämtern und setzte sich vielseitig für das „Soziale Wirken der Künste ein“. (Literatur*)

Diese Pioniertaten, die auch „Spatenstiche“ des Geistes genannt werden können, mündeten in der Gründung der ersten privaten staatlich anerkannten Kunsttherapie Fachhochschule in Deutschland (und Europa), deren beiden Säulen zu Beginn das künstlerisch –pädagogische Forschen im Sinne der Waldorfpädagogik und das kunsttherapeutisch- medizinische Forschen im Sinne der anthroposophischen Medizin war.

Seine Frau Rosemarie Pütz etablierte dann das Berufsbild Kunsttherapie in Deutschland und schrieb die erste Berufsbildbeschreibung für das damalige Arbeitsamt. Literatur, Quelle, Info-Heft: „Beruf aktuell“.

Schulkunsttherapie im handlungs- bezogenen Kontext wurde 1980 durch Frau Eve Liss Damm gegeben, die auf Grundlage eines allgemein menschenkundlichen Ansatzes kunsttherapeutische Übungen differenziert zu Krankheitsentwicklungen bei Schulkindern beschrieb, kommentiert durch einen anthroposophischen Facharzt. (Literatur*)

Für Schulkinder, die einen Flüchtlingshintergrund mitbrachten, beschrieb der Kunsttherapeut Herr Hans Joachim von Zieten in Zusammenarbeit mit der Sozialpädagogin,  Frau Yvonne von Zieten im schulisch -begleitenden Zusammenhang, kunsttherapeutische Ansätze für kriegs- traumatisierte Kinder und Jugendliche, u.a. in dem „Jahrbuch der UNO - Flüchtlingshilfe“ 1994, und stellte diese anlässlich verschiedener Ausstellungen (u.a. „Flüchtlingsamt München“) und an Fach- Tagungen
(Universität Bremen) vor.

Dazu gehörte die Fach- Tagung der „Internationalen Gesellschaft, Kunst, Gestaltung und Therapie“ in der Bremer Hochschule, Tagungsausschreibung/ Thema: „Kinder und Jugendliche in Kunst, Gestaltung und Therapie“. (Literatur*)

Herr Hans Joachim von Zieten hatte 2007 auf europäischer Ebene die Anregung zur Ausarbeitung eines „Dokumentations- Leitfadens“ für Kinder und Jugendliche gegeben, gedacht analog zum Leitfaden für Erwachsene, den die anthroposophische Kunsttherapeutin, Frau Evelyne Golombeck lange zuvor herausgegeben hatte.

Im Jahre 2009 wurde nach den wiederholten so genannten jugendlichen „Amokläufen“, begleitet durch Petitionen und Aufrufe an die Regierung und die Länder, von Hans Joachim von Zieten der „Expertenkreis Schulkunsttherapie“ ins Leben gerufen.
Zusammen mit qualifizierten und erfahrenen Fachkräften die als Kunsttherapeuten/Kunsttherapeutinnen an Schulen arbeiten und so genannten „Schul- Ärzten“, Kinder- und Jugendpsychiatern und Kinderärzten,
als auch namhaften Jugend-Forschern, sollen aktuell Grundlagen für eine Schulkunsttherapie entwickelt werden, die sich an dem „Handbuch für Schulkunsttherapie“ (Manuskriptdruck 2009, Autor, Hans Joachim von Zieten) orientieren.

Darüber hinaus wird die Kooperation mit Eltern und Lehrern und Behörden angestrebt.
Im Zusammenhang mit den sich immer mehr zuspitzenden Situationen an Schulen die unterschiedlichen Gewalteskalationen betreffend, besteht auch ein informativer Austausch mit den betroffenen Eltern, die die Stiftung: „Aktionsbündnis Winnenden“ gegründet haben.

Ausblick und Zukunft:
Gewaltprävention im umfassenden kulturtherapeutischen Sinn wird zukünftig ein Hauptgebiet der Schulkunsttherapie sein, neben Maßnahmen einer Spezial–Prävention, die insbesondere die so genannten „unauffälligen“ Kinder und Jugendlichen mit ihren seelischen Sonderzuständen als Zielgruppe haben wird.

Die immer häufiger diagnostizierte Depression bei Jugendlichen, die weltweit zunimmt und die Suizid-und Amok-rate nach oben treibt, wird Schulkunsttherapeuten mit ihren speziellen diagnostischen und therapeutischen Fähigkeiten im inner- und außerschulischen Kontext unabdingbar machen.
Ein zweiter großer Schwerpunkt wird die Arbeit mit benachteiligten Kindern und Jugendlichen sein, die im Rahmen des großen „Inklusionsentwurfes“ der Bundesregierung (aufgefordert zur Umsetzung durch die EU) nun offiziell auf Förderung und vor allem auf individuelle Schul-Begleitung hoffen dürfen.
Die Umsetzung des Inklusionsauftrages wird erhebliche Mittel erfordern und gut ausgebildete Fachkräfte.
Literatur: Dr. med. Michaela Glöckler / Wolfgang Goebel: Kindersprechstunde, Begabung und Behinderung (Dr. med. Michaela Glöckler)

Der dritte Schwerpunkt wird die Weiterbildung/Schulung sein, von Lehrern, Eltern und anderen sozialen-pädagogischen Fachkräften durch Schulkunsttherapeuten an den jeweiligen Institutionen, wie es erfahrene Kunsttherapeutinnen der Freien Akademie München heute schon weltweit unter anderem in Krisengebieten im Rahmen von Notfallpädagogik umfassend auch unter schwierigsten Bedingungen leisten (siehe Freie Akademie München unter Notfall Kunsttherapie.)

Resumé
Wenn ein heilender Ausgleich zu einem seit 1890 geistlosen, materialistisch bis atheistischen Weltbild kommen soll, dass ganze Generationen von haltlosen, an Leib und Seele gefährdeten Kinder/ Jugendlichen erzeugt hat, wie der rasant zugenommene Drogen-, mehr noch der Alkoholkonsum zeigen, (siehe Pressenachricht, DAK Krankenkasse und Freie Akademie München, Homepage www.kunsttherapie-akademie.de) so wird nur ein nachhaltiger Ausgleich von den Schul-Kunst-Therapeuten und Ärzten kommen.

Diese auf anthroposophischer Basis ausgebildeten Mediziner/Therapeuten leben positiv ein Weltbild das auf der naturgegebenen Welten-Ganzheit aufbaut und den jungen Menschen wieder Sinnhaftigkeit und Identifikationsmöglichkeiten bietet mit Mensch und Welt.

Die ent –Ich-enden  Vorgänge in der westlichen Gesellschaft, dokumentiert durch erschreckend hohe Zahlen der Medien-Verwahrlosung, der konsumierten/produzierten Mediengewalt, sind Aufrufe zum heilenden Ausgleich durch künstlerische Therapie und Kulturtherapie.

Das „atomistische Zeitalter“ und damit fatalistische, sinnentleerte bis anti -christliche Zeitalter ist an ein Ende gekommen, das schöpferische, das lebendige, das künstlerische Zeitalter beginnt, denn das wussten alle großen Künstler und Impulsgeber von Kulturepochen- von Raphael- Novalis bis Leonardo und Michelangelo, Dante, Goethe, Schiller: „Die Schönheit wird die Welt retten“ Dostojewski. „Kunst heilt die Wunden die der Verstand schlägt“ Novalis. (Literatur* )

Die wiederzuerlangende Einheit von Kunst, Wissenschaft und Religion ist nach Dr. Rudolf Steiner die einzige Möglichkeit Zukunftsfähigkeit mit friedlicher Menschheitsentwicklung zu verbinden. Literatur, Lin und Koepke.

Die an der Freien Akademie München ausgebildeten künstlerischen Therapeuten /Schulkunsttherapeuten/Therapeutinnen,
haben eben nicht nur einen therapeutischen Beruf erlernt wie viele andere Personen, sondern sind gerade befähigt mit ihren Klienten/Patienten/Mitarbeitern Zukunft nachhaltig und schöpferisch frei zu gestalten.

Dies unterstreicht einmal mehr in diesem Zusammenhang das Alleinstellungsmerkmal der Freien Akademie München im süddeutschen Raum aber auch die Offenheit für die Zusammenarbeit mit den verschiedensten Institutionen und Persönlichkeiten die weltweit aus idealistischen Motiven heraus wirken.

Literatur* - Literatur Angaben folgen.

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